Zionsgemeinde Allendorf (Lumda)

Jubiläum des Posaunenchors in 2005
und des Kirchenchors in 2006 (Historischer Rückblick)

Der Posaunenchor wurde 125 Jahre alt

Im Jahr 2005 konnte der Posaunenchor auf sein 125jähriges Bestehen zurückblicken. Wir möchten daher einen kurzen Überblick über seine Geschichte geben.

Am 14. März 1880 begannen in Allendorf zehn aktive Bläser mit der Posaunenchorarbeit. Seit dieser Zeit wird im Gottesdienst und zu anderen Anlässen das Lob Gottes mit Posaunen und Trompeten verkündet.

Der erste Dirigent war Wilhelm Kraushaar aus Kleinlinden. Er kam zu den Übungsstunden zu Fuß nach Allendorf. Nach 8 Jahren beschwerlichem Fußweg fand man einen Allendorfer, der die Chorleitertätigkeit übernahm. Es war Heinrich Leutner I. Senior.

Aus den Protokollen können wir die Probleme erkennen, mit denen sich die Bläser neben dem Einüben der Choräle zu beschäftigen hatten. Da zum Blasen auch die nötigen Instrumente beschafft werden mussten, wurde 1887 ein Eintrittsgeld von 10 Mark erhoben. Wurde dem Bläser jedoch ein gebrauchtes Musikinstrument vom Chor übergeben, hatte er nur 5 Mark zu zahlen. 1888 beschlossen die Mitglieder, dass jeder Bläser, der bei einer Übungsstunde fehlte, eine Strafe von 5 Pf zahlen musste. Trotz der finanziellen Schwierigkeiten wurden bei einem Gesamtkassenbestand von 69 M 32 Pf noch 20 M für die Baukasse der Gemeinde gespendet. Auch an arme Schüler in Amerika wurden in einem späteren Jahr 15 M gestiftet.

Von 1935 bis 1939 übernahm der Sohn von Heinrich Leutner, Friedrich Leutner, die Leitung des Posaunenchores.

75 Jahre Posaunenchor 1955 (Foto: Privatbesitz M. Schneider)

Während des zweiten Weltkrieges ruhte die Chorarbeit, da die Bläser zum Wehrdienst eingezogen waren. Friedrich Leutner kehrte leider nicht aus dem Krieg zurück. Ab dem Jahre 1946 leitete Helmut Schneider 31 Jahre den Chor.

80 Jahre Posaunenchor 1960 – Mittagsblasen in der Marktstraße (Foto: Privatbesitz G. Forchheim)

80 Jahre Posaunenchor 1960 (Foto: Privatbesitz M. Schneider)

1977 übernahm sein Sohn, Kurt Schneider, den Dirigentenstab, der in den letzten Jahren neben der alten Chorliteratur auch neuzeitliche Stücke mit dem Chor einstudiert.

110 Jahre Posaunenchor 1990 (Foto: Gemeindebesitz)

Konnte man 1990 anlässlich des 110. Jubiläums noch davon sprechen, dass der Posaunenchor keinerlei Nachwuchssorgen hat, so dezimierte sich die Zahl der Bläser und Bläserinnen in den letzten Jahren, z. B. aus beruflichen Gründen oder Wegzug einzelner Mitglieder. Leider fehlen seit einiger Zeit interessierte Jugendliche und Erwachsene, die uns in der Chorarbeit aktiv unterstützen möchten. Der Chor würde gerne für die Ausbildung sorgen. Diese Nachwuchsprobleme sind aber keine neuzeitliche Erscheinung. So können wir im Protokoll vom 02. März 1923 folgendes nachlesen: „Sodann wird nach eingehender Aussprache beschlossen, die Blastätigkeit, die eine Zeitlang eingestellt gewesen war, wieder aufzunehmen; auch der Grundsatz angenommen, dass bei jeder Stimme mindestens ein Bläser sein soll, der ständig in Allendorf ist.“ Nähere Umstände sind leider nicht aus dem Protokoll ersichtlich.

Mit Gottes Hilfe wird unser Posaunenchor noch weiterhin die Gottesdienste musikalisch umrahmen und das Lob Gottes hinaustragen.

Der Posaunenchor lädt ganz herzlich ein zu einem musikalischen Abend mit der Bläsergruppe Hessen-Süd, die von Thorsten Mebus geleitet wird.

Die Veranstaltung findet am Sonntag Palmarum, dem 9. April um 19.3o Uhr in unserer Kirche statt.

(Text: Uschi Moos)